Mittwoch, 1. März 2017

#lovelife {vom Alltag}

Ruhe bewahren. bis zehn zählen und dann weiter machen. mein Alltag reduziert sich oft auf diese zwei Sätze.

wenn ich mit den Kindern unterwegs bin, wenn mich Leute komisch ansehen, wenn meine Kinder mich herausfordern und darüber hinaus gehen. wenn ich das Gefühl habe, ich möchte die ganze Welt in Grund und Boden schreien. dann versuche ich .... Ruhe zu bewahren, bis zehn zu zählen ... oft umsonst, sehr oft hilft es.

treffe ich Menschen, die zum ersten Mal hören, wie viele Kinder wir haben, und die erste Reaktion von erstaunt bis offen schockiert ist vorüber, dann kommen sehr oft diese Sätze:

  • der arme Mann! (ehrlich! das ist das erste, was kommt! muss man sich mal überlegen!),
  • wie hälst du das aus? 
  • kommen da noch mehr?
  • guter Gott, was müssen eure Mahlzeiten laut sein!

und ich antworte dann immer... meinem Mann geht es gut. danke der Nachfrage, ich werde eure Sorge an ihn weiter geben. manchmal schüttle ich auch einfach nur den Kopf oder frage, was meinen Mann denn so arm macht, wo er doch von uns beiden Erwachsenen die meiste Zeit an der Arbeit ist! 
ich antworte: das ich es prima aushalte. was soll die Frage eigentlich? wie halte ich das aus!? Kinder zu bekommen ist eine Entscheidung, kein Schicksal, in das man sich fügt. da muss ich nichts aushalten, Kinder sind keine chronischen Schmerzen, die nur nach jahrelanger Therapie (Erziehung?) wieder verschwinden... auch wenn das manch einer so sehen mag, ich sehe es nicht so.
und ob noch mehr kommen oder nicht, ist allein meine Sache.. und die meines Mannes, wir wollen doch vermeiden, dass er wirklich mal arm dran ist, der Arme!
ja und dann die Mahlzeiten! die sind laut, ich bevorzuge lebendig und wer damit ein Problem hat, nun der muss ja nicht an unserer Tafel speisen. im Allgemeinen funktionieren unsere Mahlzeiten ganz wunderbar. vom kleinsten Kind bis  zum größten finden alle, dass unsere Mahlzeiten Kernzeiten der Familie sind. weil wir zusammen kommen, weil wir uns austauschen, was der Tag bringen wird oder gebracht hat, was einen so herum geht im Kopf oder Pläne werden geschmiedet. wie bitte soll man das im Stillen erledigen... ! gar nicht! eben!

klar fordern unsere Kinder uns manchmal auch heraus. klar gehen wir oft als Eltern über unsere Grenzen und wissen eigentlich nicht, wie wir das geschafft haben. wie wir es schaffen, Kinder, Beruf, Haushalt, Partnerschaft usw. unter einen Hut zu bringen. klar verlieren wir super oft die Nerven, besonders, wenn die Kinder noch sehr klein, die Herausforderungen um uns herum sehr groß sind (allein die Ansprüche, die auf einen zukommen, wenn man frisch gebackene Mama ist, sind lächerlich groß) aber ehrlich jetzt mal - es ist die schönste Zeit überhaupt. Klischee, ich weiß! trotzdem! all der Stress, all die Sorgen verschwinden für den kurzen Augenblick, werden aufgewogen für den kurzen Augenblick, wenn eine kleine Hand deine große sucht, wenn du als Vogelscheuche aus dem Bett krabbelst und du trotzdem der Superheld des Tages bist!

mein Haus ist laut, mein Haus ist voller Kinder, mein Haus ist voller Leben und wenn das Leben mir zuviel wird, zähle ich bis zehn, versuche die Ruhe zu bewahren und dann weiter zu machen. denn ganz plötzlich taucht hinter einem die Sonne auf!

Kommentare:

  1. Liebe Denise,
    über deine Sätze bezüglich der Reaktionen der Leute musste ich gerade sehr lachen.
    Manche Menschen haben wohl gar kein Feingefühl und keine Schamgrenze? Ausgesprochen dumm sind solche Bemerkungen darüber hinaus auch noch...
    Meine Erfahrung mit "kinderreichen" Familien ist, (jedenfalls, sofern der Kinderreichtum eine bewusste Entscheidung und kein Mangel an Wissen über, oder Desinteresse/ Unfähigkeit von Umsetzung der Maßnahmen zur Verhütung ist - das gibt es ja leider auch) dass dort in der Regel vieles besser funktioniert, als in Kleinfamilien, wo sich alles um "das goldene Ei" dreht.
    Viele Kinder zuhause, das entwickelt bei Zeiten soziale Kompetenzen. Sie kümmern sich umeinander, sind nicht allein. Sie sind oft besser erzogen als Einzelkinder, weil Eltern eben nicht aus Bequemlichkeit alles durchgehen lassen können, ohne selbst dem Wahnsinn zu verfallen.
    Bis 10 zählen vor der Reaktion: das ist gewiss in vielen Lebenslagen DER Tip überhaupt. Danke für dieses Posting und alles Gute dir!
    Claudiagruß

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    1. liebe Claudia,
      lieben Dank dir! und du hast Recht: sie kümmern sich umeinander! alles Liebe Dir!
      Denise

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    2. Liebe Denise,
      ich möchte gerne mal was los werden. Wir haben vier gemeinsame Kinder im Alter von 25J., 24J., 18J. und 8J. Wenn ich erzähle wie alt unsere Kinder sind und wie viele es sind, dann ernte ich gerne Kommentare wie: Oh, dann sind Sie wohl schon öfter verheiratet gewesen oder ein Nachzügler das hätte doch auch nicht mehr sein müssen oder waaasss soooo viele Kinder und wieviele sollen es noch werden. Unsere Mitmenschen mangelt es doch sehr an Feingefühl! Was auch hilft, das Thema abrupt wechseln z.B. vom Wetter anfangen. Der Blick ist dann witzig.
      Übrigens, mein Mann ist auch so ein Armer.
      Claudias Kommentar ist auch so wahr.
      Danke dass Du dieses Posting geschrieben hast!
      Alles Liebe
      Sabine

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    3. Liebe Sabine, wahre Worte. was ich vergaß zu erzählen, ist folgendes: wenn ich sage, dass ich 5 Kinder habe, füge ich jetzt immer hinzu, dass sie alle homemade sind von meinem Mann und mir, denn wir haben all zu oft gehört, dass wir eine Patch Familie seien müssen! nicht falsch verstehen.. Patchfamilien sind super... aber anzunehmen, dass viele Kinder einen anderen Vater oder eine andere Mama haben müssen, ist unfair und im Übrigen auch den Kindern gegenüber verletzend, die vielleicht aus dem sichtbaren Genpool ausscheren.
      deshalb: habe Dank für deinen lieben Kommentar, Sabine!
      herzliche Grüße
      Denise

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  2. Ohja, diese Kommentare kenne ich auch nur zu gut! Man wird von wildfremden Menschen angesprochen: "Alles ihre?!?" "War das geplant?" "Jetzt ist dann aber Schluss, oder?" Echt einfach unverschämt. Je nach Tageslaune gibt es darauf eine freche Antwort oder ich dreh mich einfach um und gehe weg. Oder einfach bis 10 zählen...

    Liebe Grüße, Sissi

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