Mittwoch, 9. Dezember 2015

love life - Konsum


Neulich war ich einkaufen. Während ich mich konzentrierte, nichts zu vergessen, tauchten in der berühmten Mittelreihe Weihnachtsgeschenke auf... und eine ältere Dame, die wissen wollte, was ich davon für meine jüngste Tochter kaufen würde. Nichts, dachte ich, aber ich sagte: soll es für ein Enkelchen sein??
Sie nickte und erzählte mir, dass sie sich wunderte, was Kinder heute alles zum Nikolaus oder zu Weihnachten bekommen. Sie meinte, dass es zu ihrer Zeit ein Geschenk gegeben hätte und zum Nikolaus Mandarinen. Punkt. Mehr nicht.

Tatsächlich gab mir das Gespräch schwer zu denken. Denn ich erinnere mich an Weihnachten auch nicht wegen der Geschenke aus meiner Kindheit. Zwei Geschenke sind mir noch in Erinnerung: ein Puppenbettchen in Rot und ... was war das zweite noch??

Frage ich meine Kinder, dann erinnern sie sich vorrangig und zu allererst an die "nachhaltigen" Geschenke - wie Stifte, besondere Blätter oder Bücher. Danach und erst nach langem Nachdenken trudeln langsam die anderen Geschenke ein. Und dabei ist zu vermerken, dass wir schon mit Bedacht schenken. Trotzdem tauchen jedes Jahr Geschenke auf, die absolut keinen Wert haben. Weder werden sie bespielt, noch werden sie lange bespielt oder benutzt und landen unweigerlich auf dem Müll.

Ich wollte immer, dass Weihnachten eher eine besinnliche Zeit ist, in der man aufmerksam ist, in der man bewusst Zeit miteinander verbringt und nicht in der man einen Wettlauf um die schönsten Geschenke startet. Aus meiner Kindheit sind mir zum Beispiel die Momente in Erinnerung, in der wir Zeit gemeinsam miteinander verbracht haben - das Essen zum Beispiel! Ich erinnere mich, dass es eine bestimmte Tischdecke gab, die sobald sie auf dem Tisch lag, anzeigte, dass es Weihnachten ist. Ich erinnere mich, dass ich ein Buch bekam, das auf Glanzpapier gedruckt war und deshalb etwas ganz besonderes war. Und dann erinnere mich an die beleuchteten Fenster hinter denen man NUR den Weihnachtsbaum sah - beleuchtet. Fertig. Keine Lichterketten, keine Rentiere aus Licht, keine Weihnachtsmänner, die die Wände hochklettern.
Manchmal vermisse ich die Ruhe dieser Tage.... Zeit, es also zu ändern. Meine armen Kinder werden diese Weihnachten deutlich weniger bzw. noch mehr von diesen "nachhaltigen" Weihnachtsgeschenken bekommen und sie werden noch mehr Zeit bei Tisch mit mir verbringen müssen, also ohnehin schon! Vielleicht bleibt dieses Fest ja in besonderer Erinnerung. Ich lasse es euch in 20 Jahren wissen!

Kommentare:

  1. Eine so schöne Nachbetrachtung, die vielleicht ein bischen traurig macht, vergangen!!!!! Schön, bestimmt, denn es war die Kindheit. Wir wollen bei der Erziehung unserer Kinder vieles besser machen als unsere Eltern, als wir die Kinder waren und dennoch nimmt man die Erinnerung ein Leben lang mit und lebt sie in schönen Momenten nach und gibt sie Ausschnitte an die eigenen Kinder weiter.

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  2. Das sind sehr gute Gedanken und genau das würde ich mir auch bei meinen Kindern vornehmen: zu Weihnachten Geborgenheit und Zusammensein schenken, dann sind die materiellen Objekte weniger wichtig. Aber ich bin mir nicht so sicher, wie das Kinder finden, die nach den Ferien mit ihren Freunden "Geschenkevergleich" machen. Und ganz ehrlich: es bereitet mir einfach eine so ausgesprochene Freude Sachen zu verschenken, dass ich meine Familie damit immer regelrecht überschütte...

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    1. dann überschütte sie!! alles, was dir Freude bereitet, bereitet deinen Kindern sicher auch Freude!!! Nur für mich waren die letzten Jahre ein immer MEHR an Geschenken, das konnte man irgendwann Sintflut nennen... zu viele Geschenke, zu wenig Kern des Ganzen! das war schade! Ich bin auch mal gespannt, was die Kinder sagen werden, wenn sie von den anderen erzählt bekommen, was alles schönes unterm Baum lag.. aber da sind meine Kinder mittlerweile auch schon Kummer gewohnt. In Ermangelung von Riesengeschenken ... ;)

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