Mittwoch, 6. Mai 2015

Mittwoch - love life

vom Nestbau und anderen Hormonen




Die guten Dinge des Lebens sind auch einfach manchmal zu schnell vorbei...

Als ich schwanger war, kam irgendwann der Punkt an dem ich mit dem Nestbau beginnen musste. Es war wie eine innere to-do-Liste. Und es kam ganz von allein. Ich packte die kleinen Bodies aus oder ging shoppen. Ich baute die Wiege auf, bereitete das Bettchen vor  - mitsamt Bettbezug. Wochen vor der Entbindung. So konnte alles in Ruhe wieder einstauben.

Als die Babies Jahr um Jahr geboren waren, wusste ich immer ganz genau, wann sie wieder hungrig oder wach waren. Einfach so. Mal durch den plötzlichen Milcheinschuss und mal durch eine Ahnung. Ich konnte sie riechen bevor sie im Raum waren.

Aus Babies werden Kinder und es beginnt anders zu werden. Der Geruch wird schwächer, die Nähe zur Mutter - also mir - weniger oft gesucht. Eine Tochter sucht sich jeden Nachmittag zu verabreden. Die andere verkrümelt sich vor ein Buch bis zum Einbruch der Dunkelheit - im Sommer kann das spät werden. Die nächste malt und malt. Nur die beiden jüngsten sind ständige Begleiter... obwohl: neulich war sogar das fast jüngste Kind nicht mehr bereit mit einkaufen zu kommen. Sie sagt, ich würde mich immer so lange mit anderen Müttern unterhalten. (shame on me - sie hat Recht)

Worauf ich hinaus will, ist folgendes: aus kleinen Babies werden große Menschen. Aus sie brauchen uns 24/7 wird ein hast du meine Lieblingsjeans gewaschen?? Job. Und da gibt es nichts schön zu reden.

Der schwierigste Teil dabei ist das Gehenlassen. Basierend auf Respekt müsste ich mich langsam zurück ziehen. Ich müsste beginnen, die Freiräume einzuräumen und zu vertrauen. Aber ich möchte sie manchmal anhalten - die Zeit. Ich möchte verweilen, das Kind noch mal zum Baby machen. Mit ihren fast 1 1/2 Jahren möchte das jüngste Kind nun eben das sein, was sie ist: ein Kleinkind.  Allein die Treppe rauf und runter, allein im Sandkasten, allein mit den Schwestern spielen. allein und doch noch in meiner Nähe. Die größeren Kinder möchten allein durch die Stadt schlummern, sie möchten Gespräche mit Erwachsenen führen und ernst genommen werden, sie möchte Erfahrungen sammeln, die nicht auf dem Prinzip hab ich dir doch gleich gesagt basieren. Meine Hormone sind soweit da mit zugehen. Aber meine Ratio? Möchte verweilen, genießen, verzaubert sein 24/7.


Kommentare:

  1. Ja, wenn sie klein sind, brauchen sie uns rund um die Uhr.. doch mit jedem Jahr werden sie selbstständiger.. einbissel tut es weh.. jedenfalls mir!! Aber wir müssen loslassen (können)! Nachdenkliche Grüße, Nicole

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    1. genauso ist es liebe Nicole! loslassen (können)! hab einen schönen Tag! herzliche Grüße Denise

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  2. Ich bin ja aus dem Zählen gar nicht mehr herausgekommen.
    Hast du so viele Kinder oder habe ich da was falsch verstanden?
    Jedenfalls kann ich bei 1 1/2 nur sehnsüchtig lächeln. Hach, so klein.
    Meine Tochter ist gerade mal 7 und möchte nur noch was mit Freundinnen unternehmen. Zusammen mit den Eltern und den Bruder etwas machen? Lieber nicht. Das ist schon ziemlich früh und ziemlich hart finde ich. Andereseits war ich gstern mit ihr in der Innenstadt unterwges und es war so schön. Wir haben gar nichts großartiges gemacht, aber es war doch herrlich. Ich hoffe das wenigstens diese schönen Momente erhalten bleiben, dann fällt auch das Loslassen leichter.
    Übrigens habe ich gerade am Wochenende gedacht, anfangs war ich so froh, wenn ich die Kinder mal los war (klingt böse, aber ich denke du weißt wie ich es meine) und jetzt ist man schon froh um gemeinsame Momente. Komische Welt.
    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Liebe Jutta, du hast dich nicht verzählt. Wir haben 5 Töchter - grins -
      Die Momente, von denen du schreibst - Ich denke, diese Momente werden uns bleiben. Als Erinnerung und sie werden ganz sicher bei unseren Kindern bleiben als warmes Etwas, das sie mit sich nehmen können. Und das mit dem Kinder mal los sein wollen, wenn sie klein sind, kann ich mehr als verstehen.... - du hast Recht: komische Welt! herzliche Grüße und danke für den lieben Kommentar
      Denise

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